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Langeweile auf der Arbeit beklagen viele Arbeitnehmer. Symptome wie Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit, Herz-Kreislauf-Krankheiten, allgemeines unmotiviert sein und Depressionen werden nur selten auf chronische Langeweile zurückgeführt. Das Wort Burn-out hat sich mittlerweile im alltäglichen Sprachgebrauch für eine Überforderung und Überlastung im Job gefestigt. Was aber ist mit Unterforderung? Kann Unterforderung und Langeweile am Arbeitsplatz, in der Schule, im Studium oder Privatleben krank machen? Was sind typische Symptome von Bore-out Betroffenen und wie wird das Bore-out-Syndrom diagnostiziert? Krank durch Unterforderung und chronische Langeweile auf der Arbeit – hier erfährst du alles, was du zum Thema wissen musst.

Was ist Boreout oder chronische Langeweile?

Als Bore-out-Syndrom wird ein Zustand bezeichnet, der durch lang-anhaltende Unterforderung, primär am Arbeitsplatz bzw. im Job, entsteht. Das Wort Boreout leitet sich aus dem englischen boredom ab. Boredom steht für Langeweile bzw. „ausgelangweilt-sein“. Das Gegenstück zum, eher wenig bekannten, Boreout ist das Burn-out-Syndrom. Burnout ist seit einiger Zeit in aller Munde und bezeichnet den Zustand der anhaltenden Überforderung und des „ausgebrannt-seins“. Das Krankheitsbild des Boreouts kann ohne Behandlung oder entsprechende Therapie zum Burn-Out-Syndrom werden.

Welche Symptome sind beim Bore-out-Syndrom typisch?

Ähnlich wie beim Burnout zählen die folgenden, unspezifischen Symptome als typisch für Boreout Betroffene:

  • Niedergeschlagenheit
  • Antriebslosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Unlust bzw. Unmotiviertheit
  • Tinnitus
  • Anfälligkeit für Infektionen
  • Magen-Darm Beschwerden
  • Herz-Kreislauf Beschwerden
  • Kopfschmerzen bis hin Migräne
  • Schwindelgefühl

Je nach Ausprägung der Symptome und schwere des Krankheitsbildes können Boreout und chronische Langeweile bei der Arbeit zu weitreichenden Beeinträchtigungen des Lebensgefühls führen. Teils schwere Einschränkungen im Berufsalltag und Probleme im Privatleben sind die Folge. Betroffene wissen meist nicht, dass es sich um Boreout handelt und woher sie Hilfe bekommen können.

Ursachen für die Entwicklung des Boreout-Syndroms

Die Entstehung des Boreout Syndroms wird maßgeblich durch unsere heutigen Gesellschaftsstrukturen bestimmt. Dadurch erklärt sich auch, dass ein Krankheitsbild dieser Art vor einigen Jahren noch nicht häufiger in Erscheinung getreten ist.

Die Mehrheit der Menschen definiert sich in der heutigen Gesellschaft über ihre Erwerbstätigkeit. Wir werden von Kindheit an darauf trainiert, im Beruf und auch im Privatleben (mit Hobbys, dem Erlernen von Musikinstrumenten, Sportvereinen uvm.) gute Leistungen zu erbringen. Leerlauf findet heute nur noch selten statt. Stress und Überbelastung, selbst an seine Grenzen gehen und immer besser werden, wird schon in der Schule, später in Job als lobenswert suggeriert. Bleibt dieser Stress und das Gefühl des „gefordert seins“ aus, entsteht ein Gefühl der Leere, was zumeist als negativ empfunden wird. Dieses Gefühl des „nicht-gefordert-seins“, „nicht gebraucht werdens“ oder des „sich nicht weiterentwickelns“ stört die Selbstdefinition und gibt Menschen das Gefühl überflüssig und kein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu sein.

Arten von Boreout

Meist wenn von Boreout die Rede ist, ist die chronische Langeweile und Unterforderung am Arbeitsplatz oder allgemein im Job gemeint. Langeweile auf der Arbeit ist aber lange nicht das einzige Erscheinungsbild des Bore-out-Syndroms. Die folgenden Formen von Boreout und chronischer Langeweile können typischerweise unterschieden werden:

1. Boreout auf der Arbeit / im Job

Das Bore-out-Syndrom im Job ist keinesfalls ein Zeichen von Faulheit oder mangelndem Ehrgeiz. Eher das Gegenteil ist der Fall. Betroffene sind meist in Folge von Zusammenlegungen oder der Zwangsverlegung in eine andere Abteilung in eine solche Situation geraten. Andere haben sich aus – welchen Gründen auch immer – einen Arbeitsplatz gesucht, mit dem sie sich selbst nicht, oder nicht mehr, identifizieren können. Wichtig ist das Bewusstsein dafür, dass die Betroffenen stark unter ihrer Situation leiden. Chronische Langeweile kann körperlich und psychisch krank machen. Und je länger eine solche Situation unerkannt bleibt oder nicht geändert bzw. behandelt wird, umso schlimmer wird sie. Ein anfängliches Boreout auf der Arbeit kann in einem späteren Stadium zum Burnout führen. Ständig anhaltende Langeweile, Desinteresse an den eigenen Aufgaben und Unterforderung kann zu Depressionen und körperlichen Leiden führen. Die Betroffenen fühlen sich nicht selten von minderem Wert, sehnen sich nach Anerkennung und sind selbst mit sich und der Situation unzufrieden. Aus Angst ihr Leerlauf könnte erkannt werden, arbeiten sie absichtlich langsamer, um das „Nichtstun“ zu kaschieren und damit es so aussieht, als wären sie ausgelastet. Dieser selbstgemachte, psychische Stress begünstigt ebenso körperliche Erkrankungen und Krankschreibungen und beeinflusst das Arbeitsklima negativ.

chronische Langeweile, Depression und Boreout

2. Boreout im Studium / in der Ausbildung

Langeweile in der Berufsausbildung oder im Studium hängt entweder mit einer starken Unterforderung, öfter jedoch mit der falschen Wahl des Studienfaches zusammen. Betroffene Studenten und Auszubildende kämpfen Tag um Tag mit der Desinteresse am Inhalt ihrer Ausbildung. Die Zeit scheint einfach nicht zu vergehen und Stunde für Stunde sitzen sie in ihrer Klasse und hinterfragen den Sinn ihrer aktuellen Situation. Was tun gegen Boreout in der Ausbildung? Meist hilft tatsächlich nur ein Studiengangwechsel oder die Wahl einer anderen Berufsausbildung. Denn: Wenn schon die Ausbildungsinhalte zu tödlicher Langeweile führen, wird es die nächsten 40-50 Jahre im Job vermutlich nicht besser werden.

3. Unterforderung in der Schule / Boreout bei Kindern

Leider wird Desinteresse und Unaufmerksamkeit im Unterricht selbst heute noch viel zu häufig auf schlechtes Benehmen und Faulheit der Kinder zurückgeführt. Oft wird nicht erkannt, dass ein Kind unter Boreout oder schlichter Unterforderung im Unterricht leidet. Hochbegabte Kinder verweigern die Mitarbeit und teilweise sogar die Teilnahme am Unterricht. Sie fallen oft negativ auf, stören die anderen und nicht immer erkennt man an ihrer schulischen Leistung, dass sie eigentlich „zu gut“ für den Schulstoff sind. Die tatsächliche Diagnose für Unterforderung und Hochbegabung hängt von mehreren Faktoren wie dem Sozialverhalten, dem Arbeitsverhalten, dem kognitiven Habitus, der Emotionalität und der Lernbiografie ab.

Interessante Quellen zum Thema Hochbegabung und Boreout findest du hier:

4. Chronische Langeweile im Privatleben / in der Freizeit

Viele Menschen wissen nicht, was sie den ganzen Tag tun sollen. Mit zunehmender Digitalisierung, stundenlangem Fernsehen und vermehrt digitaler Kommunikation, haben sie verlernt, fordernde Aufgaben anzunehmen und ihr Leben aktiv zu gestalten. Die (chronische) Langeweile ist die logische Folge daraus. Weniger Sozialkontakte im realen Leben, ohne Smartphone und PC, kaum noch echte Hobbys, keine Mitgliedschaft im (Sport-)Verein. Die soziale Isolation führt in vielen Fällen zu Boreout im Privatleben und in der Freizeit. Das wiederum steigert die Lustlosigkeit überhaupt etwas Neues zu probieren und aktiv am Leben teilzuhaben. Leidenschaftslosigkeit, schlechte Laune, Müdigkeit und Depression können die Folge sein.

5. Boreout in der Arbeitslosigkeit

Dadurch, dass wir uns gesellschaftlich immer mehr über den Beruf identifizieren, sinkt das Selbstwertgefühl in den meisten Fällen drastisch bei längerer Arbeitslosigkeit. Ein Gefühl von Minderwertigkeit, Ausgegrenztheit und sozialem Gefälle macht sich breit. Die Folge daraus ist ein Teufelskreis aus dem alleine nur schwer auszubrechen ist. Betroffene fühlen sich minderwertig und ausgegrenzt, dadurch isolieren sie sich noch mehr von der Gesellschaft. Ihr oft mangelndes Selbstwertgefühl führt dazu, dass sie sich weniger zutrauen, z.B. nicht daran glauben überhaupt für einen Job geeignet zu sein oder im Auswahlverfahren zu bestehen. Aus Angst vor erneuter Frustration und Ablehnung, probieren sie es gar nicht erst. Ziehen sich weiter zurück,  nehmen noch weniger am gesellschaftlichen Leben teil, finden für sich plausible Erklärungen und „Ausreden“ für ihr Verhalten, stoßen auf Ablehnung und Unverständnis und der Kreis beginnt von Neuem.

Typische Charaktereigenschaften der Betroffenen

Bei bisherigen Vorschungsarbeiten zum Boreout-Syndrom konnten einige typische Charaktereigenschaften und Merkmale der Betroffenen beobachtet werden, die die Entstehung des Syndroms begünstigen.

  • Hoher Arbeitsethos und Pioniergeist
  • Ausgeprägtes Bedürfnis zu begeistern, zu motivieren und besondere Leistung zu erbringen
  • Hohes Maß an Ehrgeiz und Streben nach Effizienz
  • Überengagement und Einsatz, Ansätze eines Workaholic-Daseins
  • Geringe Akzeptanz von Autoritäten aufgrund von Funktion und Hierarchie, Respekt und Autorität muss erarbeitet und über Leistung erreicht werden
  • Starker Fokus auf ideale Arbeitsbedingungen und Work-Life-Balance

Vorkommen und Häufigkeit von Boreout

Erhobene Statistiken zum Thema Langeweile in der Arbeit gibt es bislang noch kaum. Das Burnout Syndrom ist allgemein als Krankheitsbild anerkannt, das Boreout wird häufig nicht erst genommen und meist nur belächelt. Krank sein vor Langeweile – das ist doch Quatsch. Trotz alledem suchen fast 10.000 Menschen im Monat nach Informationen über Boreout im Internet. Rund elf Prozent der erwerbstätigen Deutschen fühlen sich beruflich unterfordert. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Deutschen Universität für Weiterbildung in Berlin. 53% gaben an, dass es ihnen an anspruchsvollen Aufgaben fehle, 48% wünschen sich mehr Verantwortung im Job und 37% fehlt es an abwechslungsreichen Aufgaben am Arbeitsplatz. Dabei scheint das Phänomen hauptsächlich in Bürojobs und der Verwaltung vorzukommen. Ein Schreiner kann nicht nur so tun, als würde er ein Werkstück bearbeiten. Menschen in Bürojobs und im Dienstleistungssektor klagen primär über (chronische) Langeweile im Beruf. Selbstständige hingegen haben selten bis nie Boreout. Ihre Existenz hängt von den eigenen Aufgaben ab und sie identifizieren sich maßgeblich mit dem eigenen Unternehmen.

Wie wird Boreout diagnostiziert?

Das Bore-out-Syndrom ist eine recht neue Erscheinung, ein allgemeingültiges Vorgehen bei der Diagnose hat sich daher noch nicht etabliert. Einige Grundelemente werden einem ernstzunehmenden Bore-out-Syndrom zugeschrieben. Diese sind:

  • Unterforderung (quantitativ und qualitativ) beschreibt das Gefühl mehr und bessere Leistung zu erbringen, als von einer Person gefordert wird.
  • Desinteresse an den zu erledigenden Aufgaben und/oder mangelnde Identifikation mit dem Unternehmen bis hin zur Gleichgültigkeit
  • Langeweile (chronische) sowie Lustlosigkeit und Verzweiflung, weil Betroffene nicht wissen, wie sie ihre Zeit „totschlagen“ sollen und dabei beim Arbeitgeber und Kollegen trotzdem beschäftigt aussehen

Dabei wenden Betroffene verschiedene Boreout Strategien an, um sich einerseits vor mehr (unerfüllender) Arbeit zu schützen, mehr selbstbestimmte, freie Zeit am Arbeitsplatz zu erhalten und gleichzeitig ausgelastet zu wirken, um den Job nicht zu verlieren.

Strategien bei Boreout

Boreout Betroffene wenden verschiedene Verhaltensstrategien an, um sich während der Arbeitszeit privaten Dingen zu widmen. Beschäftigungen wie die Buchung der nächsten Reise, Online-Games, das Surfen im Internet oder Online Shopping bei Amazon und Ebay werden gerne zum Zeitvertreib genutzt. Nicht alle die schwer beschäftigt wirken, sind es auch.

1. Die Flachwalz- oder Verlagerungsstrategie

Bei dieser Methode wird die zu erledigende Arbeit auf eine viel längere Zeit verteilt, was zur Folge hat, dass das Arbeitsvolumen je Tag geringer wird. Geeignet hierfür sind Aufgaben, die ohnehin als Langzeitprojekt angelegt sind. Die Arbeitenden wären zum Beispiel schon in der Hälfte der Zeit fertig, schöpfen aber den komplett angesetzten Projektzeitraum voll aus oder überschreiten ihn sogar.

2. Die Erledigungs- oder Komprimierungsstrategie

Das Gegenteil davon ist die Erledigungsstrategie. Aufgaben werden so schnell wie möglich erledigt, um dann Zeit für eigene Interessen und Beschäftigungen zu haben. Dass die Arbeit bereits erledigt ist, wird dem Chef dabei nicht gemeldet. Stattdessen wird versucht immer schwer beschäftigt und ausgelastet zu wirken, wenn Kollegen oder Vorgesetzte vorbei schauen.

3. Ignoranz als Strategie für anspruchsvollere Arbeit

Seltener, aber auch typisch für eine Boreout Strategie, ist die Anti-Haltung. Mitarbeiter ignorieren ihre Arbeit trotz diverser Anfragen des Chefs. Sie beschäftigen sich offensichtlich mit anderen Dingen .

Das Problem: Dadurch, dass Betroffene oft so wirken, als wären sie schwer beschäftigt, bewegen sie sich in einem Hamsterrad. Sie bekommen nicht mehr und keine anspruchsvollere Arbeit, weil sie ja anscheinend ausgelastet sind.

Bore-out Syndrom Strategien der Betroffenen
Quelle: Karrierebibel.de zum Thema Boreout

Boreout Test & Fragebogen

Du wirst diesen Artikel vermutlich nicht völlig grundlos lesen. Und wahrscheinlich hast du – wenn du hier angekommen bist – auch schon eine grobe Ahnung davon, ob du vielleicht unter Boreout leidest oder nicht. Ob es sich dabei tatsächlich um Boreout handelt, oder eher um ein ganz gewöhnliches Tief, was in jedem Job einmal vorkommt, kannst du mit unserem Boreout Test bzw. Boreout Fragebogen herausfinden. Der Bore Out Test ist dabei nur als Orientierung gedacht und bietet natürlich keine professionelle Diagnose oder Hilfe gegen Boreout.

  1. Du bist jeden Morgen vor der Arbeit schrecklich unmotiviert und siehst keinen Sinn darin, zur Arbeit zu gehen.
  2. Auf der Arbeit oder im Büro stellst du dir oft die Frage nach dem Sinn deiner Tätigkeit oder hast das Gefühl, dass das was du tust eigentlich keinem etwas bringt, keinen Mehrwert darstellt.
  3. Deine Arbeit erfüllt dich nicht mehr, du kannst dich nicht für deine Tätigkeiten begeistern.
  4. Du beschäftigst dich im Büro oft mit privaten Angelegenheiten. Bist mehr am chatten, surfen oder sogar Spiele spielen wie deine Kollegen.
  5. Deine Tätigkeiten unterfordern und langweilen dich regelmäßig.
  6. Unmotiviertheit, Lustlosigkeit und eine leicht deprimierte Laune gehört bei dir zur Tagesordnung auf der Arbeit.
  7. Du sitzt die meiste Zeit deiner Arbeitszeit einfach nur ab, schaust oft auf die Uhr und wartest bis Feierabend ist. Die Zeit scheint sich unendlich zu ziehen.
  8. Du bist dir selbst klar darüber, dass du in deinem Job unglücklich bist und eigentlich etwas ganz anderes tun möchtest.
  9. Du hast öfter mal nichts zu tun, bist schon fertig mit deinen Aufgaben und täuschst dann vor schwer beschäftigt zu sein um nicht noch mehr von derart langweiligen Aufgaben zu bekommen. (siehe Boreout Strategien)
  10. Obwohl es auf der Arbeit keinen wirklichen Stress gab, bist du müde und ausgelaugt, wenn du abends nach Hause kommst.
  11. Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, könntest du auf der Arbeit weit mehr leisten, als du es gerade tust.
  12. Du würdest den Job gerne wechseln, hast aber Angst vor einem Neuanfang, weniger Verdienst oder dem Schritt zu kündigen.

Je mehr dieser Fragen zu eindeutig mit „Ja“ beantworten kannst, desto wahrscheinlicher ist es, dass du unter einem Boreout leidest und dir Hilfe holen solltest.

Was kann man gegen Boreout tun? Behandlung und Therapie

Von alleine lösen sich die Probleme eines Boreout Syndroms höchstwahrscheinlich nicht. Und bis du erkannt hast, dass du unter chronischer Langeweile im Job (in der Ausbildung, im Privatleben etc.) leidest, besteht der Zustand meist schon ziemlich lange.

Die Frage, ob Boreout Betroffene wirklich externe Hilfe benötigen, kann meist eindeutig mit „Ja“ beantwortet werden. Denn wenn du einmal in diesem Hamsterrad bist, kommst du selten einfach alleine wieder heraus.

1. Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Eine Möglichkeit ist, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hierzu reicht zumeist einmal der Gang zum Hausarzt, der einem dann weitere Empfehlungen gibt.

In einer einfachen Psychotherapie oder einem psychotherapeutischen Gespräch wird gemeinsam nach dem Ursprung der chronischen Langeweile gesucht. Ursachen des Boreouts werden ausfindig gemacht und zusammen Lösungsansätze erarbeitet. Auch autogenes Training, Musik-, Kunst- und Körpertherapie sowie Qigong oder Atemtherapie sind möglich. Auch Sport (am besten die Kombination aus Kraft- und Ausdauersport) können den durch Boreout entstandenen Stress abbauen und zur Bekämpfung beitragen.

Bei starken Depressionen, bereits entstandenen körperlichen Symptomen und einem weit fortgeschrittenen Krankheitsbild (ICD-10), kann sogar ein stationärer Aufenthalt bzw. eine Kur angebracht sein. Ein fortgeschrittenes Boreout-Syndrom ist nicht selten auch mit einer Medikamenteneinnahme oder erhöhtem Alkoholkonsum verbunden, was zu weiteren Gegenmaßnahmen und erforderlichen Therapien führt.

2. Eigene Maßnahmen gegen Boreout im Job

Ein erster Schritt kann das Führen eines Arbeitstagebuchs sein. Notiere dir, welche Aufgaben dir Spaß machen und welche Tätigkeiten du als langweilig und sinnlos empfindest. Wenn du selbst herausgefunden hast, was du lieber machen würdest und wie du wieder mehr geistig gefordert wärst, solltest du das Gespräch mit deinem Vorgesetzten suchen. Erkläre ihm wo deine Stärken liegen und für welche Arbeiten du dich begeistern könntest. Vielleicht lässt sich dein Aufgabenfeld in deinem jetzigen Job so anpassen, dass du wieder gefordert bist und Spaß an der Arbeit hast.

Kommt dies nicht in Frage, solltest du dir ernsthaft Gedanken über einen Jobwechsel machen. Wenn dieser Schritt zu groß ist, kommt vielleicht eine 50% oder 70% Stelle in Frage. Zusätzlich könntest du dir einen Nebenjob oder 450,- Euro Minijob suchen, der dir wieder richtig Spaß macht, einen Sinn gibt und dich ausfüllt.

Für Ausbildung und Studium gilt dasselbe. Wenn die Inhalte einer Ausbildung schon so sinnlos erscheinen, sollte ernsthaft darüber nachgedacht werden die derzeitige Ausbildung abzubrechen und sich umzuorientieren.

3. Eigene Maßnahmen gegen Boreout im Privatleben

Boreout im Privatleben entsteht meist durch eine Verkettung von Niederschlägen und angestauter Unzufriedenheit. Wer alleine nicht mehr aus seiner depressiven Stimmung und chronischer Langeweile herauskommt, sollte einen Besuch beim Arzt in Betracht ziehen.
Eigene Aktionen gegen das private Boreout sind ebenfalls möglich. Suche dir neue Hobbys, melde dich in einem Verein (Musikverein, Sportverein, Fastnachtsverein o.Ä.) an und geh wieder mehr raus. Auch wenn es zu Beginn Überwindung kostet auch alleine etwas zu unternehmen oder alleine in die Stadt zu gehen, von Mal zu Mal fällt es leichter und man beginnt sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Du lernst neue, liebe Menschen kennen und machst neue Bekanntschaften.

YouTube Videos zum Thema Boreout

Wikipedia und weitere Ressourcen zum Thema

Bücher zum Thema Boreout und chronische Langeweile

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